Kassensystem und Warenwirtschaft retten Imbissbetrieb
Eine Geschichte um Kassensysteme, die für jeden Gastronom interessante Einblicke bietet. In den glorreichen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wagte ein junges Paar den Schritt in die Selbständigkeit. Die Abfindung, die der Mann nach etlichen Jahren treuer Dienste am Vaterland erhielt, wurde in einen kleinen, schummerigen Imbiss in Gelsenkirchen investiert. Fortan wurde Tag für Tag dort verbracht und trotz langer Anfahrt aus Borken, waren schon kleine Gewinne möglich. Der kleine Laden hatte auch eine Kasse, die aber mit einem heutigen Kassensystem nicht zu vergleichen war. Ein Zahlenfeld zum addieren der Beträge und Geldschublade. Das reichte bei dem überschaubaren Angebot mit selbst gemachten Frikadellen, Schaschlik und natürlich Currywurst mit Pommes, manchmal auch Koteletts. Bald ergab sich eine Gelegenheit und der zweite Laden kam dazu, diesmal in Ahaus. Das Paar teilte sich die Arbeit, war jeden Tag fast rund um die Uhr im Einsatz und der Erfolg stellte sich langsam ein. Nach einigen Jahren hatte das Paar das Geschäft in Gelsenkirchen verkauft und dafür mehrere Imbissbetriebe, alle mit Kassensystem, in Stadtlohn und Ahaus aufgebaut, die alle sehr gute Gewinne abwarfen. Immer noch war die Speisenkarte eher überschaubar, die Kassensysteme waren aber schon moderner, mit vorprogrammierten Tasten, so dass nur noch pro Speise oder Getränk die passende Taste gedrückt werden musste. Da das Arbeitsaufkommen jetzt nur noch mit Personal zu bewältigen war, leisteten die Kassensysteme Hilfe dabei, diese leichter einarbeiten zu können. Preislisten auswendig lernen entfiel. Sehr viel Zeit benötigte aber das tägliche oder auch nächtliche Abfahren der Filialen, um die Kassensysteme auszulesen und wieder auf Null zu stellen und auch die Einnahmen abzuholen und Ware zu bringen. Dann wurden die Zeiten schwieriger, immer mehr Imbissbetriebe wurden eröffnet, die ersten Pizzerien kamen dazu, später dann auch Dönerbuden und vieles mehr. Der findige Unternehmer sagte sich, ein Umbau unseres Stammgeschäftes ist sowieso fällig, also erweitern wir auch gleichzeitig unser Warenangebot. Gesagt, getan. Der Imbiss wurde aufwändig hell und freundlich renoviert und ausgebaut. Hinzu kam ein professioneller Pizzaofen, ein extra aus Mailand importierter Pizzabäcker lieferte die notwendigen Rezepte und das Knowhow und schon gab es nach der Neueröffnung eine riesige, neue Speisenkarte mit Pizza, Nudelgerichten, Nackensteaks und sogar Fisch. Dazu kamen neue, moderne Kassensysteme, die die Vielfalt der Speisenkarte bewältigen konnten. Die Gäste waren begeistert und nahmen die neuen, zusätzlichen Angebote gerne an. Ein modernes Kühl- und Gefrierhaus mit zwei Kältezonen sorgte für fachgerechte Aufbewahrung der frischen Salate und Fleischwaren, ein großzügiges Lager war stets gut befüllt mit allen Lebensmitteln, die für die neue Speisenkarte im Laufe des Tages gebraucht wurden. Die Umsätze waren sehr gut, aber irgendwie blieb einfach kein Gewinn übrig. Der Sohn des Imbissbetreibers hatte zu der Zeit schon einige Zeit Unterricht in Informatik auf der Schule. Sein Vater bat ihn, sich doch mal etwas einfallen zu lassen, wie man die Lagerhaltung, den Wareneinsatz und die gemachten Umsätze aus den Artikelverkäufen in Statistiken erfassen kann. Die Grundlage für diese Auswertungen sollten die Daten aus dem Kassensystem liefern, sowie eine tägliche Inventur des Lagers zum Vergleich. Zusammen mit seinem Schulfreund entwickelte der Sohn erst ein Warenwirtschaftsprogramm. Dann wurde klar, dass es doch besser sei, eine Schnittstelle zu schaffen, mit der die Daten aus dem Kassensystem direkt per Modem ausgelesen werden können, gleich von zu hause aus. Das ganze musste dann auch noch leicht verständlich sein, denn der Vater hatte vorher mit Computern nichts zu tun gehabt. Die Auswertung der Daten aus dem Kassensystem lieferten interessante Ergebnisse, Gyros vom Spieß zum Beispiel wurde nur zu bestimmten Zeiten am Tage verkauft. Durch das ständige Erhitzen ergab sich aber ein so großer Bratverlust, dass sich der Verkauf nicht lohnte. Es wurde also auf vorportioniertes Pfannengyros umgestellt, das guten Gewinn abwarf. Zusätzlich fiel auf, dass von Teilen des Personals das Lager und Kühlhaus als persönlicher kleiner Supermarkt genutzt wurde. Das konnte eingestellt werden und siehe da, der vormals so schlechte Rohaufschlag verbesserte sich dramatisch nach oben. Moderne Kassensysteme in allen Filialen, verbunden mit der Warenwirtschaft zuhause gaben optimalen Überblick, Zeit wurde gespart und die Ergebnisse waren wieder zufrieden stellend. Nebeneffekt: Sohn und Freund gründeten aus dieser Jugendidee eine bis heute florierende und jetzt marktführende Firma, die Kassensysteme und dazu passende Kommunikations-Software herstellt.